Die eigenen Daten in Arztbewertungsportalen ändern oder löschen – geht das?

Sie haben es sicher schon gemerkt: Ihre Daten als Ärztin oder Arzt stehen in zahlreichen Online-Verzeichnissen und Bewertungsportalen, ohne dass Sie sich jemals dort angemeldet hätten.

Warum?

Quelle der Daten sind zum einen Daten- und Adresshändler. Ein solcher Adresshändler, der sich auf Mediziner spezialisiert hat, ist ArztData. Mit TopMedic betreibt ArztData sogar sein eigenes Arztbewertungsportal. Zum anderen steht es den Betreibern von Bewertungsportalen natürlich frei, selbst das Netz nach öffentlichen Einträgen von Arztpraxen zu durchsuchen und diese zu übernehmen.

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sieht normalerweise vor, dass man seine personenbezogenen Daten löschen oder ändern lassen kann, wenn diese von Unternehmen gespeichert werden. Aber: Das gilt nicht für personenbezogene Daten von Ärzten in Bewertungsportalen.

Die Rechtsprechung verweigert tatsächlich Ärzten die Möglichkeit, ihre Daten aus diesen Portalen löschen zu lassen. Das Recht auf Meinungsfreiheit, so finden die Gerichte, wiege in diesem Zusammenhang schwerer als das Persönlichkeitsrecht der Ärztin oder des Arztes.

Anders sieht die Sache dagegen aus, wenn ein Eintrag sachlich falsch ist. Für wie viele der Einträge das zutrifft, das variiert von Portal zu Portal. So fällt beispielsweise auf, dass Jamedas Qualitätssicherung offenbar besser funktioniert als die von Sanego (oder bei besseren Adresshändlern eingekauft wird) – bei Sanego werden oft automatisch alle ärztlichen Mitarbeiter einer Einrichtung zu Fachärzten befördert, auch wenn sie noch in der Weiterbildung sind oder einer anderen Fachrichtung angehören (eigene Erfahrung).

Wenn das auch auf Ihren Eintrag zutrifft, können Sie sich auf § 35 Abs. 1 BDSG berufen und Ihre Daten berichtigen lassen – am besten durch eine E-Mail oder einen Brief an den Datenschutzbeauftragten. Dessen Adresse muss – das gilt übrigens nicht nur für Arztbewertungsportale – in der Datenschutzerklärung genannt sein. Diese muss wiederum immer von der Startseite aus verlinkt sein, beispielsweise in der Fußzeile.

(Ausnahme ist hier mal wieder Google… Mehr zum rechtlichen Umgang mit Google hier im Blog.)

Um auf diesem Weg Ihre Daten zu ändern, müssen Sie weder ein kostenloses noch ein kostenpflichtiges Konto beim Anbieter anlegen, obwohl diese oft damit beworben werden, dass sie Ihnen ermöglichen, Ihre Daten zu „pflegen“. Ihre Rechte nach BDSG können Sie auch ohne ein solches Konto wahrnehmen.

Eine Löschung des eigenen Eintrags ist jedoch auch auf diesem Weg nicht möglich – dass die Gerichte hier im Sinne der Arztbewertungsportale und nicht der Ärzte entscheiden, hat sich mittlerweile herumgesprochen.


Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials Arztbewertungsportale hier im Blog!

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