Elektrischer Strom aus Blut, Schweiß und Tränen

Und jetzt: Törtchen-Time

Fun Fact: ein Austausch der Batterie ist bei einem Herzschrittmacher nur unwesentlich schwieriger als bei einem iPhone.

Während man den im iPhone aber zumindest aufladen kann (am besten alle paar Stunden, wenn man kein unfreiwilliges „digitales Sabbatical“ einlegen möchte), wird beim Herzschrittmacher so verfahren, dass der gesamte Schrittmacher mit fest eingebauter Batterie alle paar Jahre in einem operativen Eingriff ausgetauscht wird. Auch, wenn es keine Riesen-OP ist, ist sie wie alle OPs natürlich mit Schmerzen und dem Risiko für Komplikationen verbunden (ganz zu schweigen von Krankenhausbürokratie und -essen).

Wieviel besser wäre es, wenn man sich selbst, wie das Smartphone, über Nacht in die Steckdose einstecken könnte! Oder, noch besser: Wenn das Aufladen drahtlos passieren könnte.

Ars Technica hat dazu schon vor einiger Zeit ein paar Methoden vorgestellt, die eines Tages möglicherweise dazu dienen können, dem menschlichen Stoffwechsel Energie abzuzapfen, um damit Implantate am und innerhalb des Körpers mit Strom zu versorgen.

Nämlich:

Endocochleäres Potenzial

Elektrisches Potenzial des Schneckengangs (Scala media) im Innenohr gegenüber der Paukentreppe und Vorhoftreppe (Scala tympani und vestibularis)

Piezoelektrizität aus der Fortbewegung

Einsatz von Piezokristallen, die unter Druck (zum Beispiel beim Laufen) elektrische Ladung produzieren

Thermoelektrizität aus der Wärme des menschlichen Körpers

Beispielsweise durch thermoelektrische Stoffe in der Kleidung

Enzymatische Energiegewinnung aus dem Stoffwechsel

Zum Beispiel Verwertung von Glucose (Zucker) im Blut durch Enzymatic Biofuel Cells (EFCs) im Blutstrom, Verwertung des Laktats im menschlichen Schweiß durch EFCs in Pflastern oder Schweißbändern oder Verwertung von Glucose, Laktat und Ascorbinsäure in Tränen durch EFCs in Kontaktlinsen

Viktor Forgacs, Unsplash
(Und wenn man über Nacht nicht nur seinen Herzschrittmacher, sondern auch sein Smartphone aufladen will, dann isst man in Zukunft vor dem Schlafengehen einfach ein Törtchen mehr.)

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