Sensoren statt Pflegeheim

Diese Woche im Serapigramm: Ein Gastbeitrag von Ingolf Rascher von der AAL-Akademie zum Thema, wie wir mit High-Tech in Zukunft länger zu Hause leben können.

Fragt man Ältere nach ihren Wünschen für die Zukunft, lautet die Antwort häufig:

Möglichst lange zu Hause leben

Das Zuhause ist für alle von uns, und besonders für Ältere, der wichtigste Ort.

In einer alternden Gesellschaft müssen deshalb die Versorgungsstrukturen bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder sonstiger körperlicher Beeinträchtigung an veränderte Versorgungsbedarfe und -bedürfnisse angepasst werden. Analysen und Praxisberichte zeigen, dass die bestehenden Unterstützungsstrukturen und -Prozesse verändert werden müssen, um dem wachsenden Hilfe- und Betreuungsbedarf in Zukunft gerecht zu werden. Aber auch, um diesen finanzieren zu können.

Gesundheitstechnologien

In den Medien und in Gesprächen hört und liest man in diesem Zusammenhang viel von der „Digitalisierung“: Gesundheitstechnologien und technische Assistenzsysteme können uns das Leben leichter machen. Auch für die Pflegeversorgung sind die neuen Technologien interessant. Sie stellen mittlerweile ein wichtiges Feld der gesundheitlichen Versorgung und der sozialen Sicherung dar. Gemeinsam mit der – oft auch technologisch unterstützten – ärztlichen Therapie bilden sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Menschen wieder gesunden oder aber mit Krankheiten und Beeinträchtigungen besser leben können.

Pflegevermeidung und Pflege vor Ort

Sensoren statt Pflegeheim: Länger zu Hause bleibenDurch den Siebten Altenbericht der Bundesregierung wird die Verantwortung der Kommunen für Angehörigenunterstützung und niedrigschwellige, pflegevermeidende Angebote gestärkt. Eine vorbeugende Pflege- und Sorgepolitik, die häusliche Pflegearrangements langfristig stärken will, sollte auch alternative Ressourcen der Pflegeversorgung mit einbeziehen. Die Neujustierung der „Pflege vor Ort“ ist ein zunehmend wichtiger Leitgedanke politischer Reformen.

Häufig sind den Kommunen, Altenhilfe- und Pflegeplaner*innen, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Quartiermanager*innen, Anbieter*innen von Diensten wie betreutes Wohnen weder die Technologien noch die möglichen Dienstleistungen und Geschäftsmodelle bekannt. Unterstützung für die Bürger*innen im Bereich Gesundheit und Pflege ist für die moderne kommunale Arbeit im Sozialraum/Quartier) unerlässlich, häufig aber aufgrund der fehlenden Qualifikationen bei den Beteiligten nicht immer umsetzbar.#

Präventionsrendite

Auch im Rahmen von Maßnahmen im Bereich „Präventionsrendite“ ergeben sich Möglichkeiten. Im neuen APG NRW (Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen) wird z.B. darauf hingewiesen das nicht nur Angebote für pflegebedürftige oder von Pflegebedürftigkeit bedrohte Menschen sowie auf pflegende Angehörige vorgehalten werden sollen, sondern auch Angebote, die nachweislich „den aktuellen oder späteren Bedarf an pflegerischen Angeboten vermeiden oder verringern“. Diese Verpflichtung eröffnet auch Kommunen in der Haushaltssicherung Spielräume für sinnvolle Ausgaben in zukunftsweisende Konzepte.

Workshop: Sensoren statt Pflegeheim

„Sensoren statt Pflegeheim“ ist deshalb das Motto der AAL Akademie (www.aal-akademie.de) und ihrer Industrie- und Wissenschaftspartner für das Jahr 2018. Mikroprojekte und Qualifizierungen sollen den Marktzugang für professionelle und semiprofessionale Dienstleister erleichtern.

Das Programm richtet sich an: Kommunen/Quartiere, Wohnungsbau, Altenhilfeeinrichtungen, Anbieter betreuter Wohnkonzepte – die assistierende Gesundheitstechnologien in regionalen Strukturen einsetzen möchten. Hierzu bietet die AAL Akademie am 14. März 2018 einen Workshop an, der am Studienzentrum Pflege und Gesundheit der HFH in Essen durchgeführt wird. Informationen und individuelle Beratungstermine können unter info@aal-akademie.de angefordert werden.

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